Gründung

(Einladungs-Schreiben von Ende April 1957)

Liebi Wiehlmys

Unser nei Stammlokal isch s“Feldschlössli“, Spalebärg 11, wo unseri zuekinftige Pfyffer- und Tamboure-Iebige, Vereinseb und Sytzige stattfinde.

  • Die erschti Pfyffer-Iebig isch am 30.April, 20 Uhr
  • Die erschti Tamboure-Iebig am 10.Mai, 20 Uhr
  • Dr erschti Frytig im Monet isch dr 3.Mai, wo Pfyffer und Tamboure zämme iebe.

Am 11.Mai 1957 isch die offizielli Gryndigsitzig und mr hoffe, dass alli erschine wärde.

Dr Vorstand

Jahresbericht zu Handen der Generalversammlung vom 10.Mai 1958

Liebe Fasnächtler,

Nach der Fasnacht 1957 traten im Schosse der VGB (Vereinigte Gundeldinger Basel) einige unliebsame Vorkommnisse auf. Infolge dieser unfasnächtlichen Vorkommnisse beschlossen einige Aktive diesem Zustand ein Ende zu setzen und traten geschlossen aus dieser Fasnachtsgesellschaft aus.

Um aber weiter ihrer fasnächtlichen Leidenschaft fröhnen zu können, gründeten diese am 11.Mai 1957 eine neue Clique unter dem Namen „Wiehlmys“.

An der Gründungsversammlung waren 17 Unentwegte anwesend:
Kurt Dienger,Kurt Hirsig, Heinz Ackermann, Bimbi Messerschmid, Rene Schäublin, W. Amberg, R. Tiefenthaler, Maja & Paul Heinimann, Rene Martig, Hans Rohner, Hermann Dienger, Willy Vögelin, Max Rohner, Dölf Hamel, Kurt Götz, Ciril Fischer.

Diese stimmten einmütig den gefassten Beschlüssen zu.

Kaum war das Gründungsfieber verflogen, stürtzten wir uns mit Löwenmut auf unsere bevorstehende Arbeit, galt es doch unsere alten Clique, insbesondere Ihrem Vorstand, zu beweisen, dass es durch ihre Intervention möglich ist, richtig Fasnacht zu machen.

Über die unzähligen Arbeitsstunden und den unermässlichen Strom an Schweisstropfen die die Verbreitungsarbeiten für die Fasnacht 1958 benötigt haben, brauche ich die Anwesenden wohl kaum zu orientieren, folgten doch alle freudig und mit grossem Idealismus dem Rufe des Vorstandes zur Mithilfe an diesen Arbeiten.

Einen besondern Dank möchte ich an folgende Adressen richten:

  • Herrn J. Schürmann, der uns freundlicherweise seine Lokalitäten unetgeltlich zur Verfügung stellte.
  • Speziellen Dank auch Frau Feig die uns den Keller, sowie den elektrischen Strom zur Verfügung stellte.

In diesem Zusammenhang gebührt auch den folgenden Herren gebührenden Dank:

  • Den Laternenmalern: Ciril Fischer & Kurt Hirsig,
  • Den Larvenkünstlern, Requisitenbauern und Costümnäherinnen:
    Didel Haberthür, Hermann Dienger, Heinz Ackermann, Bernhard Ott, Dölf Hamel, Gusti Maier, Hermann Glauser, Paul Heinimann, Ernst Streit, Raymond Feig, Josi Schmid.Und den Damen:
    Frau Haberthür, Maja Heinimann, Bea Wenger und Rita Heier, für ihr wohlgelungenes Werk.

Unser Dank gilt auch allen stillen Helfern und all jenen, welche den Willen hatten jedoch leider nie erschienen.

Als alle Arbeiten glücklich beendet waren stieg bei uns Mitgliedern die Fieberkurve im Vorfeld des Morgenstraichs rapid in die Höhe.

Fasnacht 1958:
Dann kam der lang ersehnte Moment, unser erster „Morgenstraich“ mit und ohne Trommelschlegel.

Trotz Regen und Schneegestöber marschierten wir unverdrossen unseren vom Komitee vorgeschriebenen Weg.

Grosse Freude erfüllte uns, als die silberne Plakette des Komites durch deren Obmann, Herr Fürstenberg, an die Brust unseres Tambourmajors geheftet wurde. Dieser Augenblick bedeutet die Krone für unsere geleistete Arbeit, und liess uns die vielen schweren und mühsamen Stunden der Vorbereitung vergessen. Herrlich war der Fasnachtsmontag, aber noch schöner war der Gässli-Plausch am Dienstagabend, den einige bis weit in den Mittwochvormittag verlängerten.

Noch einmal erlebten wir eine Ehrung, am Mittwoch, als uns wiederum Herr Fürstenberg einen grossen Blumenstrauss überreichte.Trotz Regenschauer und Schneegestöber liessen wir es uns nicht nehmen, die letzen Stunden der herrlichen Fasnacht 1958 möglichst weit hinauszuziehen. Einige konnten sich erst nach einem ausgiebigen Stammtischnickerchen, mit und ohne Nebengeräusche, auf den Heimweg machen.

Wir können als Schlussbilanz feststellen, dass die Fasnacht 1958 für uns ein voller Erfolg war.

Ich will hoffen, dass die Fasnacht 1959 einen ebenso grossen Erfolg bringen wird.

Fasnachtsbummel:
Noch richtig im Schwung, begaben wir uns 14 Tage später auf den traditionellen Fasnachtsbummel, wo den Tambouren nocheinmal Gelegenheit geboten wurde, sich die Kunst des Trommelns anzueignen und es ist nur zu hoffen, dass sie bis zur nächsten Fasnacht ihren Steinbruch abgebaut haben.

Nachdem der Schützenwirt zur allgemeinen Befriedigung für unser leibliches Wohl gesorgt hatte, folgte ein gemütlichen Nachmittag mit fasnächtlicher Unterhaltung.

Ich hoffe, dass Sie alle mit mir einig gehen, dass das Vereinsjahr 57/58 für uns ein voller Erfolg war, und ich hoffe nur, dass uns in Zukunft die Göttin Fortuna weiterhin hold sein wird.

Der Schreiber

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